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Zwergschneegans
- Anser rossi cassin -

© Mike Danzenbaker
© Mike Danzenbaker
© Michael Dossett
© Leslie McCulloch
Beschreibung:

Die Ross´s oder Zwergschneegans ist wesentlich kleiner als die Schneegans, gleicht dieser aber sehr in der Färbung. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen.

Körpermaße:

Länge:

53 - 66 cm

Flügelspannweite:

120 - 130 cm

Schwanzlänge:

10 - 13 cm

Gewicht:

0,9 - 2,1 kg

Die Zwergschneegans kommt in zwei Farbvarianten vor:

  • weiße Phase,
  • dunkle Phase (Blaue Schneegans).
  • Von den Zwergschneegänsen sind Blaue Mutanten bekannt, diese treten aber nur selten auf.

    Das Alterskleid der Zwergschneegans ist geprägt durch ein reinweißes Gefieder mit überwiegend schwarzen Handschwingen. Die Männchen und Weibchen sind dabei farblich identisch.
    Die Zwergschneegans hat einen kürzen, gedrungenen Hals und einen kleinen, rundlichen Kopf mit einem auffällig kurzen Schnabel. Der zierliche, rote Schnabel weißt bei den älteren Männchen während des ganzen Jahres, bei den jungen Männchen nur zur Brutzeit, von der Basis her bis zu den Nasenlöchern faltige und warzige, graublaue Hautwülste auf. Bei den Weibchen sind sie schwächer oder fehlen gänzlich. Im Gegensatz zur Schneegans hat die Zwergschneegans keine schwärzlichen "Mundwinkel". Die Füße sind dunkel fleischrot.
    Das Dunenkleid der Zwergschneegans zeichnet sich durch mehrere Farbvarianten aus, welche auch innerhalb einer Geschwistergruppe auftreten können. So reicht die Spannbreite des Dunenkleides von stohgelb, hell olivgrün, hellgrau bis grau mit gelbem Gesicht. Dabei ist das Dunenkleid annähernd zeichnungsfrei. Schnabel und Füße sind dunkelgrau.
    Das Jugendkleid ist schmutziggrau und damit sehr ähnlich dem der jungen Schneegänse. Typisch ist der kleine, kurze, rotbraune Schnabel; die Warzenbildung fehlt oder ist nur schwach entwickelt. Die Füße sind graugrün.

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    Lebensraum:

    Die Zwergschneegans nistet ungefähr in der mittleren Kanadischen Nordküste - in der Umgebung des Flusses Perry.
    Erst 1940 wurden diese Brutkolonien entdeckt und ab 1949 wissenschaftlich untersucht.

    Entwicklung der Gesamtpopulation:

    1949

    2.000

    1960

    9.000

    1976

    77.300

    1993

    über 200.000

    2003

    900.000 Exemplare auf der ganzen Welt.

    In den 60er Jahren wurden alle derzeit bekannten 35 Brutplätze durchforscht, in der größten Kolonie brüteten 12.000 Zwerg- und 5.000 Schneegänse.
    Die Brutplätze der Zwergschneegänse befinden sich auf kleinen Inseln von Binnenseen im Bereich der Moostundra. Die Inseln und das Land sind flach und meist übersät von großen, freiliegenden Felsbrocken (Eiszeitrelikten). Die Vegetation besteht aus Gräsern, Moosen sowie aus Birken- und Weidenbüschen. Während des gesamten Sommers weht dort ein permanenter Südwind, die Temperaturen schwanken zwischen Tiefstwerten um -7 Grad Celsius und Tagesspitzenwerten bis 28 Grad Celsius.
    Wenn die Zwergschneegänse hier Anfang Juni eintreffen, sind sie fest verpaart. Unmittelbar nach der Ankunft werden die Reviere bezogen und der Nestbau beginnt. Die Weibchen besetzen die Nistplätze, die von den Gantern heftig verteidigt werden. Nach der Brut und dem Schlupf der Gössel Anfang Juli vereinen sich die Familien zu immer größer werdenden Trupps und wechseln zu feuchten Senken über, wo die Altvögel dann auch mausern.

    Den Winter verbringt die Zwergschneegans in Kalifornien. Dabei ist Central Valley in Kalifornien z.Zt. der Hauptüberwinterungsbereich, aber eine zunehmende Anzahl von für Zwergschneegänsen überwintert auch in Arkansas, in Louisiana, in New Mexico, in Texas und in dem nördlichen, zentralen Hochland von Mexiko.

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    Zugverhalten:

    Die Zwergschneegans wandert entlang einer schmalen, aber keinesfalls direkten Route von ihren Brutplätzen in Nordkanada zu ihren Winterquartieren in Kalifornien. Ihre sehr schmale Flugroute im Herbst verläuft südwärts über den großen Sklaven- und den Athabasca-See nach Montana, dann fliegen die Gänse über die Rocky Mountains hinunter nach Kalifornien.

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    Nahrung:

    Zwergschneegänse ernähren sich im sommerlichen Brutgebiet von arktischen Gräsern, Seggen und kleinen Körnern. In den Wintermonaten fressen sie Sämereien und Wurzelstücke.

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    Fortpflanzung:

    Die Zwergschneegänse sind bei ihrer Ankunft bereits fest verpaart, die Kopulationen finden vermutlich bereits schon auf dem Zuge statt.

    Unmittelbar nach ihrer Ankunft werden die Reviere bezogen und der Nestbau beginnt. Die Nester stehen immer im Windschutz, so auf der Lee-Seite der Insel, hinter Steinen oder zwischen Büschen.
    Auf der Unterlage von Moos, trockenem Gras und Zweigen, die später mit Dunen ausgelegt wird, erfolgt bereits wenige Tage nach dem Eintreffen die Eiablage. Die Gehege bestehen aus 2 - 7, meist aus 3 - 5 cremeweißen Eiern, die in etwa 24 stündigen Intervallen zur Ablage kommen.
    Die Brutdauer beträgt 22 - 24 Tage. Das Weibchen brütet allein und wird während dieser Zeit und in den häufigen Brutpausen - die längste erfasste Brutzeit betrug 46 Minuten - stets vom Ganter bewacht und begleitet.

    Wenn die Gössel Anfang Juli geschlüpft sind, vereinen sich mehrer Familien zu kleinen Trupps und verlassen bald ihr Brutrevier und wechseln zu feuchten Senken über. Wenig später setzt bei den Altvögeln die Mauser ein.

    © Michael Dossett
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    Verständigung:

    Die Zwergschneegans hat einen viel höheren Ruf als die Schneegans. Ihr Flugruf ist kurz, grunzend "korg" und weich, schnatternd "Kiek, kie-gäk".

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    Status:

    Schneegänse stehen unter Schutz und haben sich deshalb in jüngster Zeit stark vermehrt.

    Die seit langem geschätzte Population, besonders die der Kleinen Schneegans, hat sich in der Zwischenzeit stark vermehrt und stellt inzwischen eine ernsthafte Bedrohung für das ökologische Gleichgewicht in verschiedenen Regionen dar. Deshalb ist in einigen Gebieten die Jagd auf Schneegänse wieder gestattet. Und da treten erste Probleme auf, da es für die Jäger schwer ist, Schneegänse von Zwergschneegänsen, die nicht dezimiert werden sollen, zu unterscheiden.
    Heute wird der Bestand der Zwergschneegans auf über 900.000 Exemplare eingeschätzt.

    © Ken Conger

    Hier finden Sie weitere Informationen:

  • Große Schneegans (Anser caerulescens atlanticus)
  • Kleine Schneegans (Anser caerulescens caerulescens)
  • Schneegans (Anser caerulescens)

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